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Kernkonflikt

Der Kernkonflikt bezeichnet einen etwa zehnjährigen, bewaffneten Konflikt zwischen den Grosskooperativen des Raumzeitalters und der Klaatianischen Allianz. Auslöser waren Fragen der Besteuerung und des Zugangs zu den Klaatianischen Systemen sowie der bis dahin aufrechterhaltene Alleinvertretungsanspruch der Klaatianischen Allianz als einzig legitime souveräne Macht der Hasvativa.

Ausgangslage

Ausserhalb der Klaatianischen Systeme stellten die Grosskooperativen des Raumzeitalters, allen voran die Transportkooperative und die Kommunikationskooperative, die einzige de facto existierende Ordnungsmacht dar. Offiziell beanspruchte jedoch die Klaatianische Allianz nach wie vor jedes neu entdeckte System für sich und erhob den Anspruch auf Durchsetzung ihrer Rechtsprechung und Gesetzgebung in jedem bekannten, von Hasvativa besiedelten Gebiet. Gebiete ausserhalb der Klaatianischen Systeme wurden als "unzivilisiert" geführt, obwohl sie schon längst gut besiedelt und ausgebaut waren, wenngleich auch unter der faktischen Kontrolle der Grosskooperative standen.
Die Grosskooperativen wiederum begannen damit, die Klaatianische Allianz mehr und mehr als störendes Hindernis für ihre Geschäfte zu betrachten. Ausserhalb der Klaatianischen Systeme sorgten sie selbst für Ordnung, die Allianz erschwerte ihnen jedoch den Zugang zu den inneren Systemen. Die Grosskooperativen waren begrenzt, was das Angebot ihrer Dienstleistungen, den Kauf von Land und die Beschäftigung von Mitarbeitern sowie die Partnerschaft oder das Aufkaufen lokaler Unternehmen betraf. Extremisten forderten die Auflösung der Klaatianischen Allianz.
Unternehmen innerhalb der Allianz befürworteten das Kartellrecht der Allianz, da sie befürchteten, von den Grosskooperativen erdrückt oder assimiliert zu werden. Ausserhalb der Allianz gab es wiederum viele Hasvativa, die die Regulierungen der Allianz fürchteten, da sie sich an einen freieren Lebensstil gewöhnt hatten oder mit klaatianischen Gesetzen in Konflikt gekommen wären.

Verlauf

Restriktionen für die Transportkooperative

Die Basis für einen Konflikt wurde bereitet, als die Allianz beschloss, die Transportkooperative strenger zu behandeln. Die Kooperative hatte immer wieder verbotene Güter - unter Transitrecht - befördert, jedoch mehrten sich Vorfälle, in denen diese Güter innerhalb der Allianz verkauft wurden. Die Allianz kündigte daraufhin bestehende Vereinbarungen über den Transit auf und begann, Geleitzüge der Grosskooperative aufzubringen und zu kontrollieren. Wurde Kontrabande gefunden, beschlagnahmte die Allianz die gesamte Fracht.
Die Interessenvertretung der Grosskooperativen entschied, dieses Vorgehen scharf zu verurteilen und stärkte die Transportkooperative den Rücken. Der Allianz wurde ein Ultimatum gestellt, binnen zweier Wochen eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Der erste Konflikt

Die Allianz lehnte dieses Ansinnen ab. Die Transportkooperative sandte dessen ungeachtet jedoch einen Konvoi zu einem ihrer Depots innerhalb der Allianz. Als der Konvoi aufgebracht wurde, trafen bewaffnete Söldner ein, woraufhin sich die Kontrolleure nach einem kurzen Feuergefecht zurückzogen.
Daraufhin beschlagnahmte die Allianz in einer lange vorbereiteten Aktion alle bekannten Besitztümer der Kooperative und verhaftete die an dem Transport Beteiligten. Die Ersten der Kooperative wurden vor Gericht vorgeladen, um angeklagt zu werden.
Die Interessenvertretung der Grosskooperativen hingegen forderte eine sofortige Rückgabe des Eigentums und die Freilassung der Inhaftierten.

Der weitere Verlauf

Nachdem die Forderungen der Allianz ungehört blieben, wurde Anklage gegen die Inhaftierten erhoben. Zu einer Verhandlung kam es jedoch nicht, da das Gefängnis überfallen und die Gefangenen von einem Kommando befreit wurden. Die Allianz verfolgte den Angriff zurück und vernichtete eine Raumbasis von Söldnern im Dienste der Transportkooperative. Von da ab begann der Kernkonflikt, der hauptsächlich Überfälle, Kommandounternehmen und Sabotage geführt wurde. Nach fünf Jahren des Konfliktes waren beide Seiten geschwächt, ohne einen nennenswerten Vorteil verbuchen zu können. Die Kämpfe ebbten ab.

Vorverhandlungen

Die anderen Grosskooperativen, die den Krieg bis dato offen oder verdeckt unterstützt hatten, begannen am Nutzen des Konflikts zu zweifeln. Von vorneherein skeptische Kooperativen lehnten den Konflikt um so vehementer ab, da durch die andauernden Kämpfe ihre Interessen beeinträchtigt waren. Die Front der Grosskooperativen erwies sich als uneinig und und zerstritten, vor allem die bislang neutrale Kommunikationskooperative sah in der Situation eine Chance, ihrem klassischen Rivalen Schaden zuzufügen. Die Gilde der Prospektoren begann schliesslich, auf beiden Seiten die Verhandlungsbereitschaft zu sondieren

Beginn der Verhandlungen

Ohne die Kämpfe einzustellen - die sich real mittlerweile aber sowieso auf einige wenige kleinere Operationen pro Jahr beschränkten - begannen die Transportkooperative und die Klaatianische Allianz auf dem noch im Klaatianischen Raum gelegenen System Haresha mit Verhandlungen. Den Verhandlungen sassen andere Vertreter der Grosskooperativen bei, da sich die Organisationen um einen gemeinsamen Forderungskatalog bemühten. Die Rivalität der grössten beteiligten Kooperativen erschwerte die Positionssuche jedoch; die Klaatianische Allianz wiederum mischte verborgen durch einige gezielte Attentate an den Verhandlungen mit. Es gelang schliesslich nicht, eine gemeinsame Position zu formulieren.

Vertragsschluss

Die Kämpfe endeten mit einem Waffenstillstand, dem wenige Monate später der Friede von Haresha folgte. Das Vertragswerk regelte das Verhältnis zwischen den Grosskooperativen und der Allianz und war im wesentlichen eine Festschreibung des faktischen Status Quo vor Ausbruch des Konfliktes. Es wurden keine Entschädigungen vereinbart.

Analyse

Kriegsführung

Der Kernkonflikt stellt keinen 'vollwertigen' Krieg im eigentlichen Sinne dar. Die Verluste blieben über die zehn Jahre der Dauer mit mehreren zehntausend Toten sehr überschaubar, da sich Angriffe meist nur gegen Material richteten. Frontale Angriffe waren selten und waren meist dann beendet, wenn die gegnerische Seite schwere und möglichst teure Schäden erlitten hatte. Die vorwiegende Konfliktform waren jedoch Sabotageakte an Infrastruktureinrichtungen und gezielte Attentate oder Entführungen.

Folgen für die Klaatianische Allianz

Die Klaatianische Allianz ging letztlich gestärkt, wenn auch auf ihr ursprüngliches Territorium beschränkt, aus dem Kernkonflikt hervor. Ihre Existenz wurde bis dum Grossen Zusammenbruch nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt, und ihr wurde Hoheit über Fragen des Landrechts sowie der höheren Gerichtsbarkeit zugestanden. Historiker werten das Ergebnis für die Allianz als positiv; zwar konnte sie keinen nennenswerten Gewinn verbuchen, jedoch ist zu vermuten, dass die Allianz ohne die Zäsur des Kernkonflikte von den Rändern her zerfallen wäre. So respektierten die Grosskooperativen die Allianz.

Folgen für die Grosskooperativen

Den Grosskooperativen war es nicht gelungen, ihre Ziele durchzusetzen. Dafür hatte sie der Konflikt erhebliche Summen gekostet. Von Vorteil war jedoch das Entgegenkommen der Allianz in Fragen des Transitrechts, wenngleich auch der Zugang zum Markt der Klaatianischen Systeme verwehrt bzw. stark reglementiert blieb. Mit der weiteren Expansion wurde dar Klaatianische Raum in Relation allerdings immer kleiner und mithin weniger störend.
Langfristig vorteilhaft erwies sich die Hoheit der Allianz in Fragen des Landrechts. Da Claims von der Allianz verwaltet wurden, mussten die Grosskooperativen Dispute nicht unter sich, womöglich mit Gewalt, austragen. Dass die Allianz Ermittler stellte, die ausserhalb der Klaatianischen Systeme im Zweifel keine wirklichen Befugnisse hatten, war ebenfalls vorteilhaft, da sich die Allianz um schlimmere Gesetzesverstösse kümmerte, aber auch nur, so lange sie den Grosskooperativen nicht ins Gehege kam.

Allgemeine Folgen

Der Kernkonflikt verschärfte die Rivalität zwischen der Transport- und Kommunikationskooperative. Diese Konkurrenz wurde prägend für die weitere Entwicklung. Damit war auch die grösste Befürchtung sowohl der Allianz als auch der anderen Grosskooperativen ausgeräumt - ein Zusammenschluss beider Kooperativen.
Der zehnjährige Konflikt brachte auch neue Organisationen vor, allen voran die Verdeckte Kooperative, eine geheime Vereinigung von Attentätern und Spionen, sowie die Söldnerkooperative. Besonders die Verdeckte Kooperative erfreute sich zunehmender Beliebtheit, um aufkommende Dispute im Vorfeld aus der Welt zu schaffen.