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Hakalinat, auch die Stadt am Langen Fluss, war auf Jahrhunderte die grösste und bedeutendste Ansiedlung der Hasvativa. Nach menschlichen Maßstäben war Hakalinat allerdings klein, die Stadt überschritt nie die Millionengrenze und lag die meiste Zeit unter 50.000 Einwohnern. Sie stellt einen Punkt des Metallweges.
Hakalinat lag an der Einmündung des von Norden kommenden Hak in den Langen Fluss entgegen der Fliessrichtung beider Ströme. Das Landstück zwischen beiden Strömen bestand aus einem auf schroffen Klippen liegenden Felsplateau. Aus praktischen Gründen entwickelte sich die Stadt zunächst hinter dem Fels, später jedoch wurden die höheren Ebenen in Besitz genommen.
In der Blütezeit Hakalinats - zu Zeiten der Handelsgrosskooperative - war das Felsplateau dominiert von soliden, aus Stein gefertigten Verwaltungsgebäuden. Aus Platz- und Prestigegründen begannen die Hasvativa hier auch, in die Höhe zu bauen, so dass das Plateau durch mehrere Türme dominiert wurde, deren Höhe aber noch begrenzt blieb (unter 100 Meter). Das Felsplateau wurde von einer Steinmauer begrenzt. Hin zu dem Zusammenfluss des Hak und des Langen Flusses befand sich ein steinerner, etwa zehn Meter breiter Serpentinenpfad, der den Stadtkern direkt mit dem Hafen verband. An jeder Kehre war ein Torhaus angebracht, um die Stadt von dieser Seite her verteidigen zu können.
Auf der landwärts gerichteten Seite fiel das Plateau in mehreren Terassen ab, die über die Zeit von den Hasvativa angelegt worden waren. Dort befanden sich überwiegend Wohnquartiere, die auf den höchsten Terrassen ebenfalls fest gebaut waren; auf den tieferen Ebenen waren aber nur Strassen fest angelegt, während die Hasvativa in Zelten und anderen einfachen Bauten hausten, oder überhaupt keinen; hier war die Fluktuation sehr stark. Neuankömmlingen wurde einfach ein Platz zugewiesen, den sie dann nach eigenem Ermessen gestalten konnten. Hier lebten vorzugsweise Wanderarbeiter und Gäste, die sich noch nicht an das städtische Leben gewöhnt hatten.
Auf der Uferebene schliesslich verlor sich auch das befestigte Strassennetz; hier erstreckte sich zunächst eine unkontrollierbare, sehr lockere Ansammlung an wilden Ansiedlungen von Hasvativa, die nur kurz blieben. Vor allem die sehr an Einsamkeit gewöhnten Bewohner des Südens blieben so weit von der Stadt entfernt wie es ging. Später wurden diese Ansiedlungen verdrängt, da hier die die von Klaat geflohenen kodranischen Exilanten ihre Stadt bauten; da aber gerade während des Überseekrieges noch mehr Hasvativa nach Hakalinat kamen, entstanden weitere Siedlungen an den Ufern der Flüsse.
Zunächst bot der Fluss und die umliegenden Wälder genug Nahrung, Trinkwasser und Brennholz, um die erste kleine Ansiedlung zu versorgen. Mit dem Wachstum der Stadt wurde die Versorgung der Bevölkerung zusehend problematisch.
Die Hasvativa der nördlichen Länder hatten bereits früh damit begonnen, ihre Ernährung durch Pflanzenkost - vor allem Jakum - zu ergänzen; die Ernährung der Bevölkerung von Hakalinat bestand zunächst aus Fisch, Fleisch und Jakum, dessen Anteil immer höher wurde, da die Wildpopulation des Waldes schnell dezimiert wurde. Schliesslich wurde das Jagdrecht innerhalb der Wälder um Hakalinat zu einem Vorrecht der Stadtkooperative. Der nicht mehr geforderte, aber stark ausgeprägte Jagdinstinkt der Hasvativa führte oft zu Konflikten, vor allem auf dem begrenzten Raum der Stadt. Wie überall entstand daher auch in Hakalinat der Brauch, Streitigkeiten in rituellen Kämpfen zu regeln oder präventiv durch Sport und Wettkampf Aggressionen zu vermeiden.
Das zweite Problem war die Trinkwasserversorgung. In früheren Jahren waren die Bewohner noch robuster und konnten direkt das Flusswasser trinken, doch mit einer zunehmenden Verschmutzung des Langen Flusses und der Gewöhnung an städtische Verhältnisse mussten mehr und mehr saubere Trinkwasserquellen erschlossen werden. Mit der Inbesitznahme des Felsplateaus liess die Stadtverwaltung - vor allem aus verteidigungstechnischen Gründen - einen Tiefbrunnen in den Fels schlagen, der von mehreren Zisternen ergänzt wurde, die über alle Ebenen der Stadt verteilt wurden. Dank der Küstennähe und des generell gemässigten Klimas im Norden kam es jedoch selten zu akuter Wasserknappheit.
Die Stadtkooperative ergänzte den Brunnen schnell durch ein Schöpfwerk, und sicherte somit einen kontinuierlichen Wasserfluss von der oberen auf die tieferen Ebenen. Es wurde Vorschrift, auf der höchsten Ebene zu waschen und zu baden; dieses Brauchwasser wurde als Grauwasser für die Spülung öffentlicher Aborte verwendet. Als die Stadt weiter wuchs und diese Form der Versorgung an ihre Grenzen stiess, wurden mehrere Aquädukte gebaut, die die Stadt zusätzlich mit Frischwasser versorgten.
Brennholz wurde zunächst vor allem zum Kochen benötigt; traditionell hatten die Hasvativa Fleisch roh gegessen, Jakum jedoch musste nach der Ernte behandelt werden und bedurfte noch der Erhitzung vor dem Verzehr, um den Hasvativa die Verdauung zu erleichtern und um an frisch getötetes Wild zu errinnern. Mit Ausprägung des Stadtlebens kam auch der Bedarf nach Licht auf, um auch Nachts arbeiten zu können. Zunächst reichte gesammeltes Holz aus den Wäldern aus, später ergänzt durch Bauholzabfälle. Zusehends wurden aber auch Bäume geschlagen, die nicht zum Bau geeignet waren, so dass die Wälder schwanden. Mit den Kodran kam jedoch der Bergbau zu den Hasvativa; Kohlevorkommen existierten weiter östlich und wurden von den dort lebenden Einwohnern ausgebeutet und entlang des Langen Flusses verschifft.
Mit der Industrialisierung der Hasvativa stieg der Brennstoffbedarf dramatisch an; damit verbunden entstanden aber auch Umweltschäden. Vor allem während des Krieges, einer Zeit, in der die Schwerindustrie auf Hochtouren lief und keine Resourcen vorhanden waren, um sich Gedanken um mögliche Folgen zu machen, sank die Lebensqualität in Hakalinat dramatisch. Der Krieg an sich forderte seinen Tribut, aber eine nicht unbedeutende, wenngleich auch nicht mehr sicher bestimmbare Zahl dürfte als Folge des Raubbaus an natürlichen Resourcen gestorben sein.
Das Hakalinat vor dem Kontakt der Hasvativa mit den Kodran war relativ unbedeutend, eine kleine, sehr lose Ansiedlung am Fusse des Felsmassives am Ufer des Langen Flusses. Diese Ansiedlung stellte ein Abschlusselement auf der sich damals etablierenden Flusshandelsroute dar.
Durch den Kontakt mit den Kodran stieg Hakalinats Bedeutung sprunghaft, da es auf Grund seiner Nähe zum Meer eine führende Rolle im Aussenhandel einnahm. In dieser Zeit wuchs die Stadt, und die vermehrte Anwesenheit kodranischer Arbeiter sowie Werkzeuge aus Metallen machten es möglich, komplexere Strukturen zu errichten. In dieser Zeit wurde das Felsplateau besiedelt und zum Verwaltungsbezirk der immer mächtiger werdenden Stadt. Mehrere Brücken aus Stein wurden über beide Flüsse gebaut. Diese Brücken banden die Stadt noch besser in das wachsende Verkehrsnetz des Landes ein, hatten jedoch auch den erwünschten Nebeneffekt, das Hinterland für grössere Schiffe zu blockieren und somit den Handel für Hakalinat zu monopolisieren.
Auf einer kleinen, dem Felsplateau vorgelagerten Landzunge zwischen dem Langen Fluss und dem Hak wurde ein in der Folgezeit immer grösser werdender Hafen errichtet, ebenso an den anderen Ufern. Die Architektur dieser Zeit war von einem massiven, kodranischen Stil mit überwiegend festen Steingebäuden geprägt.
Zunächst als Konkurrenz zu Hakalinat bildete sich die Grosskooperative des Langen Flusses heraus. Zeitgleich entstanden im Schwemmland des Langen Flusses direkt am Meer neue Städte, die Küstenstädte. Nach zähen Verhandlungen wurde der Fluss als Freihandelszone angesehen, der für alle Anrainer frei befahrbar sein musste. Daher liess Hakalinat höhere Brücken errichten und riss die alten ab. Zugleich begann die Stadtkooperative mit der militärischen Befestigung der Stadt, um sich gegen eventuelle Konflikte zu wappnen. Diese Bemühungen wurden aber durch den Zusammenschluss aller Anrainer zur Handelsgrosskooperative hinfällig.
Nachdem die Umaatin-Dynastie auf Kodran die Macht an sich gerissen und auf Klaat einmarschiert waren, organisierte Hakalinat den Widerstand gegen die drohende Invasion. Die Stadt wuchs in dieser Zeit weiter an, da kodranische Dissidenten sich auf den ebenerdigen Bereichen ansiedelten und dort eine grösser werdende Industrie aufbauten. In dieser Zeit entstand das prägende Bild von Hakalinat: Verwaltungsbezirke auf den höchsten Ebenen des Felsplateaus, Wohnbereiche der Hasvativa auf den darunterliegenden Terassen und ein ausgedehntes, flaches Stadtgebiet auf dem Vorland.
Um die Stadt besser verteidigen zu können, wurde ein Graben zwischen dem Vorland und dem Plateau angelegt, der die beiden Flüsse verband. Die Kernstadt selbst wurde gut befestigt und war jetzt nur noch über Brücken erreichbar.
Alle politische Macht der zivilisierten Hasvativa konzentrierte sich in dieser Zeit mehr und mehr in Hakalinat. Der Entwicklungsrat wurde immer mächtiger, bis er quasi diktatorische Vollmachten hatte.
Während der Dritten Landung der Umaatin auf Hasva kamen die Streitkräfte der Kodran bis an Hakalinat heran und begannen mit einem verlustreichen Sturm auf die Stadt. Sie scheiterten jedoch an der Eroberung des Felsplateaus und mussten sich zurückziehen.
Nach Ende des Krieges - der zunächst Hakalinat stärkte, da nicht nur hier alle Macht konzentriert war, sondern auch weil die Küstenstädte mit den dort angelandeten Streitkräften durch Abwurf einer Atombombe zerstört worden waren - gewann Klaat nach Gründung der Klaatianischen Allianz mehr und mehr an Einfluss. Da sich die Kodran später fast vollständig aus der aktiven Teilnahme an der Allianz zurückzogen, wurde Klaat zum neuen Zentrum der hasvatischen Zivilisation.