Das Gericht war der Name einer Terrorganisation, die gegen Ende der hasvatischen Zivilisation einen Feldzug gegen die Grosskooperativen führte.
Die Anfänge des Gerichts liegen im Dunkeln. Als sicher gilt jedoch, dass der Idee des Endgerichtes apokalyptische Literatur der Menschheit zugrundeliegt. Zuvor existierten immer wieder Gruppierungen, die die Grosskooperativen lokal bekämpften. Mit dem Gericht entstand jedoch erstmals eine Organisation, die sich gegen die Kooperativen als solches wandte.
Möglich ist auch, dass das Gericht aus einem gemeinsamen Standard entstand; so gab es immer wieder auftauchende Protestbewegungen archaischer Hasvativa, die sich in einzelnen Aktionen gegen die Grosskooperativen wandten. Mit der Zeit glichen sich Motive und Arten des Widerstandes an.
Fest steht, dass jedoch ab einem bestimmten Zeitpunkt aus ungerichteten Anschlägen und Überfällen mehr und mehr koordinierte Aktionen wurden, die auf die Infrastruktur der Grosskooperativen zielten. Die Attentäter griffen gezielt Raumwerften und Depots an, mit dem Ziel, möglichst hohen Sachschaden zu verursachen. Parallel dazu wurden verstärkt hochrangige Vertreter der Grosskooperativen getötet. Merkmal der Attentate auf Personen war es, sie auf alt hergebrachte Weise zu töten, wo möglich mit den blossen Händen oder primitiven Nahkampfwaffen. Oft wurden Wächter und anderes Personal mit modernen Waffen bekämpft, um die Zielperson dann mit einem Schnitt durch die Schlagader zu töten. Diese Methode entsprach der alten Jagdtechnik der Hasvativa, und sollte die Verachtung für das Opfer zum Ausdruck bringen: es sollte wie ein Beutetier sterben.
Eine neue Qualität wurde erreicht, als sich die bis dato immer noch weitgehend unmotiviert handelnden Gruppierungen von den apokalyptischen Legenden der Menschheit inspirieren liess. Das in den menschlichen Kulturen oft anzutreffende Bild des Weltgerichts wurde Grundlage für die Idee, Gericht über die als dekadent angesehene Welt der Grosskooperativen zu halten und sie ein für allemal zu vernichten. Dadurch wurde aus koordinierten Einzelaktionen ein Feldzug, der direkt darauf zielte, die Grosskooperativen zu zerstören. Als Neuerung begann das Gericht, auch die unteren Ränge gezielt einzuschüchtern und anzugreifen, wodurch der bis dahin oft existierende Rückhalt in der breiten Bevölkerung zurückging.
Die Führungsspitzen des Gerichts erkannten schliesslich, dass der Kampf gegen die Grosskooperativen auf absehbare Zeit nicht zu gewinnen war. Jedoch erkannte die Führung, dass letztlich die gesamte Zivilisation der Grosskooperativen abhängig von der industriellen Kapazität der Kodran war; lediglich die Klaatianische Allianz war dazu übergegangen, Produktion zu mechanisieren. Daraus erwuchs die Entscheidung, die Kodran als gesamte Spezies auszurotten, um den Grosskooperativen die Lebensgrundlage zu entziehen. Dazu wurde ein spezieller Virus mit sehr langer Inkubationszeit entwickelt, der, weit verteilt, die Bevölkerung der Kodran ausreichend infizierte, um bei Ausbruch der Krankheit mehr als 98 % der Gesamtbevölkerung zu töten. Die wenigen, isolierten und weit verteilten Überlebenden starben als Folge des Grossen Zusammenbruchs.